Flagge Großbritannien

Bericht vom Jahreskonzert

„Rule Britannia: Herrsche Britannien!“  War das Motto des Jahreskonzerts der Stadtkapelle Schömberg in der Stauseehalle. Alles war auf das Thema über unser Nachbarland ausgerichtet: die Hallendekoration, die Begrüßungsreden, die Speisekarte und vor allem das musikalische Arrangement von Jugendgruppe, Jugendkapelle und dem großen Blasorchester der Stadtkapelle unter Leitung von Musikprofessor Hans-Walter Berg.

Er war es schließlich, der das britische Flair in der Halle so verstärkte, dass nicht nur den Freunden des Vereinigten Königreichs die Herzen ob der kraftvollen, noblen, sanft getragenen und majestätisch-stolzen Kompositionen aufgingen.

Bereits die Jugendgruppe unter Leitung von Hannes Schlaich hatte das Motto auf ihre musikalische Fahne geschrieben. „Windermere Ouverture“ (Chris Sharf), „Tales of the River Wye“ (Philip Sparke) und “Taddington Square” (James Curnow).

Saxophone der Jugendgruppe im EinsatzDem wollte die Jugendkapelle unter Leitung von Evelyn Pfister nicht nachstehen. „Behutet“ mit imitierten Bärenfellmützen zogen die Jugendlichen Musikerinnen und Musiker klangvoll in die Stauseehalle ein, ließen Grüße der englischen Königin ausrufen und forderten die Konzertbesucher auf, sich zu erheben und die britische Nationalhymne mitzusingen, natürlich in der Originalsprache: “God save our gracious Queen!“ Dann gab es Kostenproben britischer Unterhaltungs- und Traditionsmusik: „Selections from the Lion King“ (Elton John), „Pevensey Castle“ (Robert Sheldon) und „The Britisch are coming“ (arr. Jay Bocook).

Beide Nachwuchs-Kapellen erhielten großen Beifall und konnten erst nach Zugaben die Bühne verlassen.

Das große Blasorchester unter Leitung von Hans-Walter Berg fühlte sich glänzend und wohl auf der musikalischen Ebene der glorreichen und tief verwurzelten Traditionen des Vereinigten Königreichs. Mit der inoffiziellen Nationalhymne der ehemals freien Einzelstaaten England, Schottland und Wales „Rule, Britannia! Rule the waves!“, die vor rund 250 Jahren Die Stadtkapelle und die schöne Bühnendekorationkomponiert und getextet wurde, eröffnete das starke Schömberger Orchester seinen Konzertpart. Dabei gelang es den Aktiven mit ihrem energischen Dirigenten, den Stolz und die Kraft einer aufstrebenden Seefahrernation mit musikalischem Glanz zu beleuchten. Wesen und Charakter und die Vielseitigkeit eines Volkes lasse sich am deutlichsten an seinen Volksliedern und Volkstänzen erspüren, moderierte Hans-Walter Berg als er die Konzertbesucher  auf ein zeitgenössisches „Irisches Volkslied aus der Grafschaft Derby“  und einen Volkstanz aus England „Sheperd´s Hey“ ( Percy Aldrige Grainger) einstimmte. Was könnte die Menschen eines Landes besser charakterisieren, als Variationen über ihre musikalischen Wahrzeichen, zumal diese von einem Ausländer stammen. Der niederländische Komponist Kees Vlak setzte sich mit dem Big-Ben Glockenspiel und der englischen Nationalhymne musikalisch auseinander und zeichnete anhand prächtiger Akkorde, stimmungsvoller Klänge und harmonischer Töne ein fast heroisches Idealbild und einen Bilderbogen typischer Szenen aus England. Dabei zeigten die Schömberger Musikerinnen und Musiker ihre Klasse, denn sowohl die stolzen Wachtposten vor dem Buckingham Palace, als auch die typisch irische Lady oder die legendären Teddy Boys und die prustenden  Dudelsackpfeifer verlangten von ihnen hohe Konzentration, Beherrschung, Gespür und Können. Dazu schwang Hans-Walter Berg elegant und mitreißend den Taktstock wie ein junger Tambourmajor. Mit dem alten englischen Volkslied „Greenleeves“ (Alfred Reed) berührten die Schömberger Herz und Gemüt der Konzertbesucher. Etwas leichtere Kost boten sie mit der „Serenade für Blasorchester“ (Derek Bourgeois), die feierlich-ruhig als Hochzeitsmarsch begann, um alsbald durch unregelmäßige Taktfolgen die marschierenden Paare im Tritt stolpern zu lassen. Als „leichte britische Kost“ kommt der Beatles-Song „Hey Jude“ bei den Zuhörern an, denn hier bringt das Orchester das schöne, sanft getragene Lied ebenso zur Geltung, wie den heftig pulsierende Beat. Bei „Music“ (John Miles) bohren sich die markant harten Formeln des Rock-Pop in die Ohren der Zuhörer. Mit „Monty“, einem Marsch zu Ehren des draufgängerischen, britischen Feldmarschalls Bernard Montgomery, wählten die Musikerinnen und Musiker ein Stück, das gegenüber den gewohnt  preußischen und österreichischen Märschen entschieden anders klingt. Großer Beifall belohnte das Blasorchester und seinen engagierten Dirigenten für die große Klasse des Jahreskonzerts.

Pressebericht: Siegfried Seeburger

 

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