Orchester bietet ein eindrucksvolles Musikgemälde
Unter dem eigenwilligen Titel "Tattoo" boten die Blasorchester aus Binsdorf und Schömberg am Samstag bei ihrem Konzert ein anspruchsvolles Unterhaltungsprogramm. Eigentlich war das Ganze als Open-Air-Konzert vor der Palmbühlkirche in Schömberg geplant. Wegen des unbeständigen Wetters wurde das Konzert aber kurzerhand in die Stauseehalle verlegt.
Schon nach den ersten Takten war zu erkennen, dass es sich nicht um "tönende Hautzeichnungen" handelt, sondern um die musikalische Variante des "Zapfenstreichs". Allerdings spielte sich in der Halle kein militärisches Zeremoniell ab, sondern die Dirigenten Thomas Michelfeit, Binsdorf, und Hans-Walter Berg, Schömberg, boten mit ihren gut besetzten Orchestern ein musikalisches Gemälde, das in seiner tönenden Farbigkeit und den starken Eindrücken fast wie ein Sommer- und Ferienzauber wirkte. So führte die Stadtkapelle Binsdorf mit "There’s no Business like Show Business" in eine bunte Glitzerwelt, streifte in der Komposition "Gaelforce" die facettenreiche und überschäumende Lebensfreude und weckte mit der Polka "Musikantensehnsucht" das tänzerische Element. Bei bekannten Erkennungsmelodien, als "TV-Kultabend" arrangiert, fühlten sich die Gäste wie vor dem Fernseher. Aber "James Bond 007" zerriss die Wohnzimmer-Idylle und bot musikalische Spannung pur. Die Stadtkapelle Binsdorf servierte einen exzellenten Programmpart.
Flott setzten die Gastgeber das Programm fort. "Musik ist Trumpf" war nicht nur Titel, sondern auch Einstieg und Überzeugung. Franz Grothes "Mitternachtsblues" hat nichts vom melodischen Flair eines Welterfolgs verloren. Höhepunkt war das Trompetensolo von Gerd Edelmann, der das Stück makellos und professionell prägte. Danach zog "Die Maske des Zorro" die Konzertgäste in Bann. Das Orchester zauberte spanisches Kolorit vor südlichem Panorama in die Halle. Auch ohne die Texte arrangierte Takashi Hoshide das Traditional "Amazing Grace" zu einem bewegenden musikalischen Werk, das die Aktiven in Szene zu setzen wussten.
Die volle instrumentale Breite eines Blasorchesters kam in "Elvis in Concert" zur Geltung. Dabei prägten Engagement und Können der Musiker die vor 70 Jahren vom King of Rock ’n’ Roll neu erfundene Musik nachhaltig. Wunderschön ließen die Schömberger mit Udo Jürgens-Melodien das Programm ausklingen.
Beide Orchester zusammen beendeten das Konzert mit einer Abschiedsmelodie.
